Young Professionals: Unangepasst oder konservativ, bedeutungslos oder erfolgreich?!

Young Professionals: Unangepasst oder konservativ, bedeutungslos oder erfolgreich?!

„Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“ (Aristoteles)

Lasst sie sich entfalten!

Unlängst habe ich an einer Arbeitsgruppe zum Thema Umgang mit der Gen Y in den Unternehmen teilgenommen. Da wurde unfassbar viel Schelte über „die jungen Leute von heute“ betrieben und immer wieder von einem Generationenkonflikt gesprochen. Als ob ein Generationenkonflikt etwas Neues sei (siehe Zitat oben)… Eins ist doch mal klar, ohne Andersdenken, Diskussion und Auflehnung gibt es keine Veränderung und damit auch keinen Fortschritt. Ein Generationenkonflikt beschreibt daher aus meiner Sicht nichts anderes als die Weiterentwicklung in der Gesellschaft. Seeeehr positiv! Also bietet den Young Professionals einen Rahmen, in dem sie sich entfalten können. Im Ergebnis werden Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen profitieren.

Hilfe ich lebe in der VUCA-Welt!

Dann bin ich mal wieder auf Ex-Telekom-Manager Thomas Sattelberger gestoßen. In einem Interview in der Huffington Post beschreibt er die Gen Y als rückwärtsgerichtet und risikoscheu. Selbst wenn das so wäre, wen soll das eigentlich wundern?! Schaut man sich die Tagesschau an, ist das eine einzige Aneinanderreihung von Katastrophen und Krisen. Hinzu kommt die Flut an Möglichkeiten hinsichtlich Studium und Jobeinstieg. Wie soll man sich da auch zielsicher orientieren?! Vor 20 – 30 Jahren war es mit Sicherheit wesentlich leichter eine berufliche Entscheidung zu treffen. Es gab schlichtweg viel weniger Möglichkeiten. Allein geschätzte 17.000 unterschiedliche Studienangebote in Deutschland sprechen für sich.

Ein wenig Hilfe bei der Orientierung kann da tatsächlich nicht schaden. Schließlich leben wir in einer VUCA-Welt (Volatile, Uncertain, Complex, Ambigious – auf gut Deutsch: unbeständig, unsicher, komplex und zweideutig). In diesem Zusammenhang heißt es auch „Change is the new normal“. Gemeint ist damit, dass die Welt sich heute so schnell verändert, dass man kaum voraussagen kann, was morgen wichtig und richtig ist. Eine der wichtigsten Kompetenzen für junge Erwachsene ist somit die geistige Flexibilität und Veränderungsbereitschaft. Oder aber man sucht sich einen sicheren Job bei dem das nicht so wichtig ist – z.B. als Beamter in einer Behörde. Und das meine ich überhaupt nicht despektierlich. Jeder Mensch braucht schließlich etwas anderes, um sein berufliches Glück zu finden.

Studienabbrecher ohne Ende

An dieser Stelle möchte ich eine Lanze brechen für die gute alte Ausbildung. Die kann was! In einer Projektgruppe haben wir vor Kurzem mit Unternehmensvertretern darüber gesprochen, wie schwierig es ist geeignete Auszubildende zu finden. In Hamburg machen ca. 60 – 70 Prozent der Schüler inzwischen Abitur. Und fast alle davon wollen studieren. Ca. 40 Prozent brechen das Studium allerdings wieder ab. Und warum? Weil – häufig insbesondere durch die Eltern – den jungen Erwachsenen eingeredet wird, dass eine Ausbildung nichts mehr wert sei. Dabei ist es erfahrungsgemäß so, dass eine gut abgeschlossene Ausbildung mit Weiterbildung deutlich mehr positive Auswirkungen auf die Karriere haben kann als ein schlechtes Studium. Das bietet insbesondere mittelmäßigen Abiturienten eine Chance positiv aufzufallen, tolles Feedback zu bekommen und nicht neben Spitzenstudenten in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.

Fazit: Die Young Professionals von heute sind z.T. unangepasst und z.T. konservativ. Einige finden es toll bedeutungslos zu sein und andere wollen dringend erfolgreich sein. Es ist also wie immer: jeder so wie er mag! :o)

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